Sunday 9. August 2020

Entziehen sich Kirchen/Religionsgesellschaften dem säkularen Recht?

 

Die Initiatoren des "Volksbegehrens gegen Kirchen-Privilegien" behaupten: Die katholische Kirche hat mit dem Kirchenrecht ein eigenes Rechtssystem installiert, einen "Staat im Staat" und entzieht sich so demokratischen Abläufen sowie einer staatlichen Kontrolle. Beispiel: Installierung einer kircheneigenen Missbrauchskommission anstatt Übergabe der Täter an die Justiz - Stimmt das?

 


 

Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit garantiert, dass alle anerkannten Religionsgemeinschaften ihre inneren Angelegenheiten selbst regeln. Nichts anderes macht das katholische, aber auch evangelische, orthodoxe etc. Kirchenrecht. Eine staatliche Kontrolle wäre damit unvereinbar.


Die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft und deren Mitglieder wurden nicht von der katholischen Kirche bestellt sondern unter der Leitung von LH a.D. Waltraud Klasnic.

 

Diese Einrichtung leistet hervorragende Arbeit im Sinne der Opfer. Schon die Zusammensetzung bietet jede Gewähr für ihre Unabhängigkeit: Dr. Kurt Scholz, Dr. Udo Jesionek, Dr. Hubert Feichtlbauer, Dr. Reinhard Haller, Mag. Ulla Konrad u.a.

 

Ob und wie die Justiz bei der Ahndung von Missbrauchsfällen im Bereich der Kirchen oder Religionsgesellschaften tätig wird, ist davon völlig unabhängig und schon gar keine Frage des jeweiligen Kirchenrechts.

 


Initiative von anerkannten Kirchen und
Religionsgesellschaften in Österreich
http://www.proreligion.at/