Samstag 16. Dezember 2017

Staatliche Anerkennung für Freikirchen

 

Zusammenschluss von fünf Freikirchen ist hierzulande mit insgesamt 160 Kirchengemeinden die am stärksten wachsende christliche Gruppe

 

Wien, 26.08.2013 (KAP) Der Zusammenschluss von fünf christlichen Freikirchen in Österreich hat die volle staatliche Anerkennung erhalten. Die entsprechende Verordnung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied wurde am Montagnachmittag im Bundesgesetzblatt veröffentlich. Mit dem neuen Rechtsstatus der Freikirchen werde eine "weltweit einzigartige" religionsrechtliche Situation geschaffen, erklärte das zuständige Kultusamt gegenüber "Kathpress". Die "Freikirchen in Österreich" sind somit die jüngste von insgesamt 16 staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich. Mitglieder des Zusammenschlusses sind die Freie Christengemeinde-Pfingstgemeinde, der Bund evangelikaler Gemeinden, der Bund der Baptistengemeinden, die Elaia Christengemeinden und die Mennonitische Freikirche.

 

Bereits im Juni hatte das Ministerium einen entsprechenden Verordnungsentwurf zur Begutachtung veröffentlicht, nachdem sich das freikirchliche Bündnis zu Jahresbeginn konstituiert hatte, um den Schritt vom Status einer "Religiösen Bekenntnisgemeinschaft" hin zur anerkannten Kirche setzen zu können. Damit kommen die freikirchlichen Gemeinden gemeinsam auf jene Mitgliederzahl von zwei Promille der österreichischen Gesamtbevölkerung - derzeit etwa 17.000 Personen -, die gemäß Bekenntnisgemeinschaftengesetz für eine gesetzlichen Anerkennung nötig ist. Mit der Anerkennung ist u.a. die Möglichkeit für einen eigenen, konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verbunden.

 

Von Seiten der katholischen wie evangelischen Kirche wurde das Ansinnen der Freikirchen in letzter Zeit deutlich unterstützt. Die Freikirchen seien hierzulande die unter Christen am stärksten wachsende Gruppe und als "starke Realität" von den anderen Christen anzuerkennen, so Kardinal Christoph Schönborn anlässlich der Antragstellung der Freikirchen auf staatliche Anerkennung.

 

Vertreter der fünf Freikirchen hatten stets betont, dass eine Zusammenschließung nicht bloß aus juristischen Motiven erfolge. Es gebe große Übereinstimmungen im Glaubenskern, die Unterschiede würden lediglich "Nuancen" betreffen.

 

Der Sprecher der Freikirchen in Österreich, Walter Klimt, hatte sich im "Kathpress"-Gespräch zur ökumenischen Zusammenarbeit mit anderen Kirchen bekannt. Er arbeite gerne im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) mit, setze sich für ein gutes ökumenisches Miteinander ein und sei für jede Unterstützung von Seiten anderer Kirchen dankbar. Seitens der Freikirchen wolle man künftig auch für die eigenen Kinder Religionsunterricht anbieten. In den Ballungsräumen werde dies wohl ein eigener freikirchlicher Unterricht sein, in den ländlichen Gebieten wolle man mit den evangelischen Kirchen kooperieren.

 

Aus Anlass der Anerkennung werden Repräsentanten der Glaubensgemeinschaft am Donnerstag, um 10.00 Uhr, im Rahmen einer Pressekonferenz über das religiöse Leben der rund 160 Kirchengemeinden in ganz Österreich informieren. Ort des Medientermins ist die Baptistengemeinde in 1060 Wien, Mollardgasse 35.

 

Quelle: Kathpress


Initiative von anerkannten Kirchen und
Religionsgesellschaften in Österreich
http://www.proreligion.at/