Mittwoch 18. Oktober 2017

Spiritualität

 

Alle Religionen teilen die Gewissheit, dass es "etwas dahinter" gibt, dass sich Welt nicht in Welt erschöpft, dass es ein Mehr gibt, mit dem der Mensch in Berührung treten kann. Dieses Mehr enthüllt sich dem Menschen in besonderen Momenten, in Begegnungen, in tiefen Erfahrungen. Wie das Wort "Spiritualität" besagt, ist es die Berührung mit jenem Geist, der die Welt im Innersten zusammenhält.

 

Somit teilen alle Religionen die Überzeugung, dass Leben geisterfüllt ist. Um an diese Urquelle des Lebens zu rühren, haben Religionen vielfältige Methoden entwickelt - sei es die Meditation, sei es das Gebet. Stets dient die innere Einkehr, das Erspüren dieser geistlich-geistigen Kraftquelle im Menschen dabei einem doppelten Ziel: der Öffnung hin zu Gott - aber immer auch der Öffnung hin zum Menschen. So stellt sich schließlich aus Sicht der Religionen die menschliche Existenz dar: erdverbunden und himmelsoffen.

 

Der Durst nach "Mehr", nach einem Eintauchen in das Geheimnis des Daseins, ist groß. Diesem Bedürfnis entsprechend die Kirchen und Religionsgesellschaften auf ihre je eigene Weise, etwa indem sie den Suchenden aus ihrer reichen Tradition Texte, Übungen, Meditationen an die Hand geben. Der Geist weht, wo er will, heißt es sinngemäß in der Bibel - daraus spricht die nüchterne Erkenntnis, dass selbst die beste spirituelle Technik dieses Urgeheimnis nicht wird lüften können. Aber es bedeutet genauso eine Zusage: Es gibt ihn, den Geist, der lebendig macht, der Geschmack auf Leben und Mehr macht. 


Initiative von anerkannten Kirchen und
Religionsgesellschaften in Österreich
http://www.proreligion.at/